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Macris Kabinett steht fest

Die neue Ministerriege unter dem gewählten Präsident Mauricio Macri ist nun vollständig. Einige Funktionäre übernimmt er aus der Stadtregierung von Buenos Aires, aber auch einige Quereinsteiger sind dabei. Die wichtigste Änderung bisher ist die Auflösung des Wirtschaftsministeriums und die Bildung eines sechsköpfigen Wirtschaftskabinetts, in das auch das Innen- und das Arbeitsministerium eingegliedert werden.

  • Den wichtigen Posten des Kabinettschefs bekleidet der Politologe Marcos Peña, der in der Regierung der Stadt Buenos Aires Generalsekretär war und auch Macris Wahlkampf 2015 leitete.

Das sechsköpfige Wirtschaftskabinett:

  • Finanzen: Alfonso Prat Gay (Coalición Cívica ARI). Der Wirtschaftswissenschaftler war bereits in der Präsidentschaft Eduardo Duhaldes und Néstor Kirchners Chef von Argentiniens Zentralbank. Er gilt als gemäßigter Liberaler, einige sagen ihm auch Sympathien für den Keynesianismus nach. Den Staatssekretärposten für Finanzen übernimmt Luis Caputo, ehemaliger JP-Morgan und Deutsche-Bank-Mitarbeiter mit guten Kontakten zur Wall Street.
  • Inneres: Rogelio Frigerio. Der Ökonom ist Präsident der Banco Ciudad und Enkel des gleichnamigen Wirtschaftsministers des der UCR angehörenden Präsidenten zwischen 1958 und 1962, Arturo Frondizi.
  • Arbeit: Jorge Triaca, Pro-Abgeordneter, Ökonom und Sohn eines gleichnamigen Gewerkschaftsfunktionärs. (Lange war Jorge Lawson im Gespräch, die Bestätigung der Personalie Triaca erfolgte als Letzte)
  • Produktion: Francisco Cabrera. Der Ingenieur ist Präsident des PRO-nahen Thinktanks Fundación Pensar und war Minister für Wirtschaftsentwicklung der Stadt Buenos Aires.
  • Energie und Bergbau: José Aranguren. Der Ingenieur war lange Zeit beim Erdölkonzern Shell angestellt.
  • Ackerbau, Viehzucht und Fischerei: Ricardo Buryaile. Der UCR-Politiker war in mehreren regionalen Agrarverbänden Nordostargentiniens aktiv.

Die weiteren Ressorts:

  • Justiz: Germán Garavano. Der 46-jährige  Jurist war Mitglied des Magistraturrats.
  • Soziale Entwicklung: Carolina Stanley, die den gleichen Posten bereits in der Stadt Buenos Aires belegte.
  • Bildung: Esteban Bullrich. Der Informatiker war bereits Bildungsminister in der Stadt Buenos Aires.
  • Verteidigung: Julio Martínez. Der UCR-Politiker und Ingenieur hatte von sich reden gemacht, als er den ehemaligen Vorsitzenden der Streitkräfte César Milani wegen seiner Geheimdienstaktivitäten angezeigt hatte.
  • Gesundheit: Jorge Lemus. Der Mediziner hatte zeitweise das Gesundheitsministerium der Stadt Buenos Aires inne.
  • Außenministerium: Susana Malcorra. Die Ingenieurin war bisher in der UNO tätig und bekleidete den Posten der Operationsdirektorin des Welternährungsprogramms und des Kabinettschef unter Ban-Ki Moon.
  • Kommunikation: Oscar Aguad. Der Jurist aus der Provinz Córdoba ist bisher Fraktionschef der UCR im Abgeordnetenhaus.
  • Tourismus: Gustavo Santos. Er ist derzeit Vorsitzender der Tourismusagentur der Provinz Córdoba.
  • Kultur: Pablo Avelluto. Der Journalist ist derzeit noch Koordinator des staatlichen Mediensektors der Stadt Buenos Aires.
  • Sicherheit: Patricia Bullrich. Die Präsidentin der Kleinpartei Unión por Todos und ehemalige PJ-Politikerin war bereits Arbeitsministerin in der Regierung Fernando de la Rúa (1999-2001).
  • Wissenschaft und Technologie: Lino Barañao. Als Einziger bleibt der Minister der Kirchner-Regierung im Amt. Barañao ist Chemiker und leitender Mitarbeiter der staatlichen Wissenschaftskommission CONICET.
  • Transport: Guillermo Dietrich. Der lange Zeit im Automobilhandel aktive Dietrich war in der Stadt Buenos Aires unter Macri für den Transportsektor zuständig.
  • Umwelt: Sergio Bergman. Der Biochemiker ist gleichzeitig einer der profiliertesten Rabbiner Argentiniens.
  • Modernisierung und Management: Andrés Ibarra. Dieses Ressort ist neu. Der Marketing-Fachmann Ibarra belegte es bereits in der Stadt Buenos Aires.

Weitere wichtige Personalien:

Präsident der Zentralbank wird Federico Sturzenegger. Hernán Lombardi wird die Staatsmedien übernehmen und Laura Alonso die Anti-Korruptions-Behörde. Fernando de Andreis erhält das Generalsekretariat der Präsidentschaft  und Pablo Cluselas das Rechtliche und Technische Sekretariat - den gleichen Posten bekleidete er bereits in der Stadt Buenos Aires.

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