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Argentinien und George Soros gegen Bank of New York

Ungewöhnliches "Zweckbündnis" im Anleihenstreit: Sowohl der argentinische Staat als auch die Finanz-Legende George Soros gehen gegen die Bank of New York Mellon wegen der blockierten Auszahlung der Zinsen argentinischer Anleihen an die Gläubiger im Juni vor. Natürlich handeln beide Akteure separat und verfolgen eigene Interessen.

So hat die argentinische Zentralbank am Dienstag der Bank die Lizenz für das Bankgeschäft im Land suspendiert. Grund seinen "nicht erfolgte Finanzierungen" argentinischer Bürger, so die Entität. Den beiden Repräsentanten der Bank in Argentinien, Mariel Verónica García Sturzenegger und María de la Cruz Solares wurde damit untersagt, weiterhin im Namen der BoNYM im Land zu operieren. Experten brachten die Lizenzverweigerung mit der derzeitigen Strategie der Regierung in Verbindung, die Gläubiger im Inland auszahlen zu wollen, um mögliche Blockaden im Ausland zu umgehen. Die Bank of New York Mellon soll dabei als Zahlungsagent durch eine Tochtergesellschaft der Banco Nación ersetzt werden, die dem argentinischen Staat gehört. Der Gesetzesentwurf soll ab Mittwoch im Senat debattiert werden. Der Investmentfonds Fintech, der mit etwa einer Milliarde US-Dollar in argentinische Anleihen investiert ist, hat als bisher wichtigster Gläubiger bereits Interesse signalisiert; sein Gründer  - der Mexikaner David Guzmán - ist jedoch in der Vergangenheit bereits durch gute Beziehungen zur Kirchner-Regierung aufgefallen.

Unterdessen haben die Investmentfonds Hayman und Quantum, der von George Soros geführt wird, gegen die Londoner Zweigstelle der BoNYM Klage wegen der Zurückhaltung argentinischer Zinszahlungen eingereicht. Es geht um 226 Millionen Euro, die an europäische Gläubiger ausgezahlt werden sollten und im Juni von der argentinischen Regierung an die BoNYM überwiesen worden waren, die aber infolge der Blockade Thomas Griesas von der Bank nicht freigegeben wurden - was zum aktuellen technischen Zahlungsausfall Argentiniens geführt hat. Da die betroffenen Anleihen unter britisches Recht fallen und nach der Ansicht der Fonds der New Yorker Richter Griesa keine Legitimation besitzt, um sie zurückzuhalten, haben Soros und seine Partner sich für den Rechtsweg entschieden.

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