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Argentinien und Brasilien verbünden sich gegen NSA-Spionage

Der NSA-Skandal ist zumindest in den großen argentinischen Medien weitgehend im Wahlkampfgetöse und im Streit zwischen Kirchneristen und Antikirchneristen untergegangen. Argentinien ist jedoch ebenfalls von der Spionage durch den US-Geheimdienst betroffen. Nun rückt die Regierung enger mit Brasilien zusammen, um in Zukunft besser gegen derartige "Cyber-Attacken" gerüstet zu sein.

Am vergangenen Wochenende gab es ein Treffen zwischen Vertretern der Streitkräfte beider Länder. Am 14. August wurde von den Verteidigungsministern Argentiniens und Brasiliens ein Kooperations-Abkommen unterzeichnet: Ab 2014 sollen die argentinischen Militärs durch brasilianische Spezialisten im Bereich Cyber-Verteidigung trainiert werden. Weiterhin wollen die beiden Staaten Daten untereinander teilen und gemeinsame Projekte zur besseren Abschirmung gegen Spionage starten. Auch die wachsende Software-Industrie aus beiden Ländern soll in den Prozess mit einbezogen werden.

Brasilien ist in Lateinamerika gemeinsam mit Mexiko und Kolumbien das am stärksten vom NSA-Skandal betroffene Land. Dort hörten die US-Geheimdienste beispielsweise den Erdölgiganten Petrobras ab. Argentinien war laut einem Bericht der Zeitung "O Globo" zwar weniger betroffen, doch auch hier hätten die US-Geheimdienste "ständig" Spionageaktivitäten durchgeführt. Welche Regierungsdependancen und Unternehmen genau betroffen sind, ist bisher nicht bekannt. Sicher soll dagegen sein, dass die Spionageaktivitäten der NSA sich nach dem Tod des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez "intensiviert" hätten.

Die Präsidentin Brasiliens, Dilma Rousseff, war in den letzten Tagen mit einer Gesetzesinitiative vorgeprescht, die ausländische Internetkonzerne dazu verpflichten soll, sensible Daten jeweils in lokalen Rechenzentren zu speichern. Damit soll verhindert werden, dass ausländische Geheimdienste Zugriff auf diese Daten erhalten. Es ist gut möglich, dass in Argentinien ein ähnlicher Vorstoß nachgereicht wird.

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