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10 alternative und unbekannte Reiseziele in Argentinien

Argentinien hat dem Besucher eine Menge zu bieten. Die meisten Reisenden beschränken sich jedoch auf eine kleine Anzahl von Orten, die nur einen Bruchteil der Facetten des Landes zeigen. Hier werden zehn Reiseziele abseits der ausgetretenen Touristenpfade vorgestellt, die einen erholsamen oder abenteuerlichen Urlaub weit enfernt von den Massen erlauben.

Calingasta und Barreal

Cerro Alcázar, Calingasta, San Juan, Argentina

Der Cerro Alcázar im Valle de Calingasta. Foto: Eduardo sch / Wkimedia Commons (CC-BY-SA / GFDL)

Inmitten von mächtigen Sechstausendern liegt im Westen der Provinz San Juan das Valle de Calingasta. Gelb- bis violett getünchte Felslandschaften wie die Cerros Pintados oder der bizarre Cerro Alcázar und grüne Wiesen sorgen für eine kontrastreiche Landschaft. Der Hauptort des Tales ist zwar das verschlafene Calingasta mit seiner kleinen Kolonialkirche, mehr Infrastruktur für Reisende bietet aber das südlich gelegene Barreal. Dort kann man auch eine fast glatte Hochebene - der Barreal Blanco - besuchen, auf dem mitten in den Anden Strandsegelwettbewerbe stattfinden. Auch ein berühmtes astronomisches Observatorium befindet sich in diesem Tal - kein Wunder bei mehr als 300 Sonnentagen im Jahr.

Moconá und der Osten von Misiones

Saltos del Moconá, Misiones, Argentina

Der Salto del Moconá. Foto: Leandro Kibisz / Wikimedia Commons (CC-BY-SA 2.5)

Tropisches Flair mit Regenwäldern, üppigen Hügellandschaften und tosenden Wassermassen bietet das Moconá-Naturreservat im Osten von Misiones. Der Río Uruguay stürzt hier auf einer kilometerlangen Stufe in ein tiefgelegeneres Bett. Im Gegensatz zu den weiter nördlichen Iguazú-Wasserfällen ist dieses Naturparadies fast unbekannt, für Reisende stehen dennoch einige Unterkünfte und Annehmlichkeiten meist mitten in der Natur zur Verfügung - die nächste Kleinstadt El Soberbio liegt dagegen mehr als 30 Kilometer entfernt. Wanderwege führen zu zahlreichen kleineren Wasserfällen und anderen schönen Ecken; Abenteuerlustige können die Flüsse der Umgebung auch auf dem Kayak erkunden.

Andacollo und Huinganco

AndacolloArgentina

Blick auf Andacollo. Foto: Kkkr / Wikivoyage.org (CC-BY-SA)

Der Norden der Provinz Neuquén ist ein Paradies für Naturfreunde. Die vielfarbige, abwechslungsreiche Berglandschaft muss sich dabei keinesfalls vor den Top-Reisezielen Patagoniens wie etwa Bariloche verstecken. Mitten in rotgetünchten Bergen mit teils schneebedeckten Gipfeln liegen die beiden Örtchen Andacollo und Huinganco am in dieser Gegend reißenden Fluss Río Neuquén. Während der Wanderer spektakuläre Aussichten und tolle Trekkingpfade vorfindet, kann sich der Genießer in den urigen Teestuben des Gartenstädtchens Huinganco verwöhnen lassen, dessen Architektur klar an Mittel- und Nordeuropa angelehnt ist, ohne dem Kitsch zu viel Raum zu lassen. In der Umgebung finden sich Naturreservate, Bademöglichkeiten und sogar ein Geysir.

Das Valle Argentino

LagunaUtracan

Die Laguna de Utracán im Valle Argentino. Foto: Ignadal / Wikimedia Commons (GFDL / CC-BY-SA)

Mitten in der unwirtlichen, meist höchstens auf der Durchreise von Reisenden gestreiften Provinz La Pampa liegt die fast surreal wirkende Dünenlandschaft des Valle Argentino. Sanft wallende Hügel, je nach Jahreszeit saftig grüne oder leuchtend gelbe Wiesen mit friedlich grasenden Kühen, kleine eingesprenkelte Seen wie die Laguna de Utracán, in denen man baden kann - die Idylle ist perfekt. Ausgangspunkt für diese Region ist die Kleinstadt General Acha, die zwar keine Luxushotels, für genügsame Reisende jedoch alle nötigen Annehmlichkeiten bietet. Hervorragend eignet sich die Region auch für einen Erholungsstopp auf der langen Reise von Zentralargentinien nach Patagonien.

Dique Los Molinos und Anizacate-Tal

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Hausboote am Dique Los Molinos. Foto: CordobaTrip / Wikimedia Commons (GFDL / CC-BY-SA 3.0)

Ruhesuchende sollten einen großen Teil der Provinz Córdoba im Sommer meiden. Doch in einem kleinen Band von Orten etwa 50 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt kann man auch im Januar die liebliche Berglandschaft ohne allzu großen Trubel genießen - und im Rest des Jahres in Ruhe und Abgeschiedenheit zu sich selbst finden. Der wunderschöne Stausee Dique Los Molinos bietet Badefreuden und tolle Aussichten von den Anhöhen. Ebenfalls  empfehlenswert ist der kleine Ort La Serranita, der sich im engen Tal des Río Anizacate um die Flussschleifen windet und mit seiner kolonial inspirierten Architektur und seinen bewaldeten Grundstücken ein eigenes Gepräge hat. Nur wenige Minuten mit Bus oder Auto entfernt liegen Attraktionen wie die koloniale Estancia-Stadt Alta Gracia und die Oktoberfest-Stadt Villa General Belgrano.

Santa María del Yocavil

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Bunte Berge bei Santa María. Foto: KroMagnon / Wikimedia Commons (GFDL / CC-BY-SA)

Vielfarbige Berge und alte Traditionen finden sich in der uralten Kulturlandschaft des Valle Calchaquí. Doch anders als im nahen Cafayate machen die Touristen in Santa María auch in der Saison nur eine Minderheit aus. Die eher moderne Stadt im Süden des Tals bietet tolle Möglichkeiten zum Wandern und Mountainbiken, zahlreiche archäologische Fundstätten sowie auch einen guten Schuss Kultur. In der Umgebung locken die Indianergemeinde Amaichá del Valle und die Ruinen von Quilmes. Eine tolle, farbenreiche Fahrt mit Auto oder Bus führt über eine Hochebene zur Kleinstadt Belén in Catamarca.

Villa Tulumba

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Die Kirche von Villa Tulumba. Foto: Perrito666 / Wikimedia Commons (CC-BY-SA 3.0)

Wer sich in Argentinien einmal wie zu Großvaters Zeiten fühlen will, für den ist Villa Tulumba mehr als nur einen Blick wert. Das alte, koloniale Städtchen im Norden der Provinz Córdoba versprüht Gaucho-Romantik pur. Gepflasterte oder geschotterte Gassen mit urigen Häusern und Kirchen lassen die Szenerie wie im 19. Jahrhundert wirken. Es gibt nur wenige Unterkünfte und Gastronomiebetriebe, und auch im Sommer braucht man keine Angst vor den Massen zu haben. In der Umgebung locken die Höhlenmalereien am Cerro Colorado und tolle Wege zum Reiten, Trekking und Mountainbiken in einer wenig bekannten Gegend der Sierras de Córdoba.

Puerto Deseado

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Die Mündung des Río Deseado. Foto: Mikelzubi / Wikimedia Commons (CC-BY-SA 3.0)

Eine unerwartet abwechslungsreiche Felslandschaft mitten in der rauen Steppe Patagoniens erwartet den Reisenden in Puerto Deseado. Dort hat der gleichnamige Fluss einen Canyon in den Wüstenboden gegraben und öffnet sich in der Nähe der Hafenstadt hin zum tiefblauen Atlantik. Den Besucher erwartet eine reiche Tierwelt, die noch nicht von den Touristen verscheucht wurde, darunter Pinguine, Kormorane, Flamingos und das südamerikanische Wildkamel Guanako. Im Cañon kann man ausgedehnte Wandertouren unternehmen und Flora und Fauna dieses wenig bekannten Küstenabschnitts beobachten.

San Pedro

Iglesia San Pedro

Plaza und Kirche in San Pedro. Foto: Ricemur / engl. Wikipedia (GFDL / CC-BY-SA 3.0)

Auch in der Umgebung der Hauptstadt Buenos Aires gibt es noch einiges zu entdecken. San Pedro, eine mittelgroße Stadt mit 50.000 Einwohnern am Río Paraná, ist vielleicht der schönste Ort, um die Landschaft des nördlichen Paraná-Deltas kennen zu lernen. Wunderschöne kleine Buchten und Lagunen, gesäumt von üppig grünen Wäldchen und eine tolle Aussicht vom erhöht liegenden Stadtkern auf den Fluss machen San Pedro zu einer wahren Perle. Im Zentrum kann man einige Bauten wie die mitten auf der zentralen Plaza stehende Stadtkirche besichtigen und im Museum die wechselvolle Geschichte der lange umkämpften Region miterleben.

Miramar und Mar Chiquita

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Strandleben am Mar Chiquita. Foto: Kkkr / Wikivoyage.org (GFDL / CC-BY-SA)

Der größte See Argentiniens liegt im Norden der Provinz Córdoba und ist mit durchschnittlich 5.000 Quadratkilometern Fläche - der Wasserspiegel schwankt stark - zehnmal so groß wie der Bodensee. Wenn man von Süden auf das Gewässer trifft, könnte man Mar Chiquita beinahe für ein Meer halten, wären da nicht die Ruinen, die aus dem See blicken und an die Gewalt der Wassermassen erinnern, die einen großen Teil des Ortes Miramar in den 70er und 80er Jahren einfach verschlangen. An den Küsten kann man Flamingos und andere Vogelarten bestaunen, die in diesem Naturparadies Rast bei ihren Zügen rund um die Welt einlegen. Mar Chiquita ist außerdem einer der wenigen Orte Argentiniens, in denen man an schönen Tagen auch im Winter baden kann, dem subtropischen Chaco-Klima und dem warmen Wasser sei Dank.

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